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Welternährungstag mahnt zum Handeln

Fairer Handel trägt zur Ernährungssicherheit bei

Der Zugang zu ausreichend Nahrung ist ein Menschenrecht. Es ist sowohl in Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als auch in Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte verankert. Mit dem zweiten der insgesamt 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen hat die Staatengemeinschaft sich vorgenommen, den Hunger bis zum Jahr 2030 zu besiegen. Doch die Realität sieht leider anders aus.

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen zum Stand der Welternährung waren im vergangenen Jahr rund 811 Mio. Menschen von Hunger betroffen; das sind über 100 Mio. Menschen mehr als im Jahr zuvor. Vor allem in Afrika und Asien leiden Menschen an Hunger, aber auch Millionen Menschen in vielen Ländern des Nordens. Das ist umso erschütternder, als rein rechnerisch weltweit genügend Lebensmittel für alle Menschen produziert werden. Die fortschreitende Klimakatastrophe sowie die Corona-Pandemie verschärfen die Situation weiter.

Ursachen von Hunger

In rund 90 % der Fälle wird Hunger nicht durch akute Notsituationen wie Naturkatastrophen oder kriegerische Auseinandersetzungen ausgelöst. Vielmehr ist Hunger in der Regel ein chronisches Problem, das strukturelle Ursachen hat. Hinzu kommt, dass die meisten Hungernden auf dem Land leben und selbst Nahrungsmittel anbauen. Wie kann das sein?

Die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen hat errechnet, dass Kleinbäuer*innen rund ein Drittel der weltweit erzeugten Nahrungsmittel produzieren - und das auf nur rund 12 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Allerdings sind ihre Erlöse aus dem Verkauf ihrer Produkte oftmals zu gering, als dass sie sich davon ausreichend ergänzende Lebensmittel kaufen könnten. Außerdem erhalten sie in vielen Ländern kaum staatliche Unterstützung. Im Gegenteil, häufig leiden sie unter fehlendem Zugang zu Land, Saatgut, Wasser und Maschinen.

Hinzu kommt, dass in vielen Ländern Frauen für die Ernährung der Familie zuständig sind, sie aber gleichzeitig durch kulturelle, politische und ökonomische Rahmenbedingungen in ihren Möglichkeiten eingeschränkt werden.

Auf der anderen Seite steigt seit Jahren der Einfluss agrarindustrieller Großkonzerne. 70 % des weltweiten Handels mit Agrargütern wird mittlerweile von nur noch vier Konzernen kontrolliert. Sie kaufen in vielen Regionen der Erde riesige Flächen auf und produzieren dort mit großem Maschinen- und Chemieeinsatz und teilweise gentechnisch verändertem Saatgut Lebensmittel - die sich aber ein Großteil der Bevölkerung im Globalen Süden nicht leisten kann.

Der Faire Handel setzt auf kleinbäuerliche Landwirtschaft

Die Organisationen des Fairen Handels sind überzeugt, dass eine kleinbäuerliche, ökologische Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit in vielen Regionen der Erde leistet. Deswegen stammen fair gehandelte Lebensmittel von kleinbäuerlichen Betrieben, die weit überwiegend nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus arbeiten. So werden Böden nachhaltig bewirtschaftet und natürliche Ressourcen geschützt.

Die höheren Erlöse, die Produzent*innen im Fairen Handel erhalten, ermöglichen es ihnen, Lebensmittel in ausreichender Menge und Qualität zu beschaffen und in nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden zu investieren.

Ein besonderes Augenmerk legt der Faire Handel auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Frauen. Ihnen ermöglicht der Faire Handel durch Zugang zu Bildung und bezahlter Arbeit – überdurchschnittlich häufig sogar in Führungspositionen – ihre Potentiale zu entfalten und einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung ihrer Familien zu leisten.

Darüber hinaus setzt sich der Faire Handel auch auf politischer Ebene für die Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ein. So trägt der Weltladen-Dachverband gemeinsam mit zahlreichen anderen umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen das Positionspapier Welternährung 2030, das elf Schritte für eine Zukunft ohne Hunger beschreibt.

Eine große Auswahl hochwertiger Lebensmittel aus Fairem Handel führen die bundesweit rund 900 Weltläden.

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