50 Jahre für mehr Gerechtigkeit im Welthandel
Sieben Weltläden haben am 26. April 1975 das Gründungsprotokoll der Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt Läden in Frankfurt/Main unterzeichnet – nur zwei Jahre, nachdem in Stuttgart der erste Weltladen eröffnet hatte. 1998 erfolgt die Umbenennung in „Weltladen-Dachverband“.
Sich gemeinsam gegen Ungerechtigkeiten im Welthandel einsetzen – das war die Motivation der ersten Weltläden, sich 1975 zusammenzuschließen. Heute ist die Weltladen-Bewegung in Deutschland auf über 900 Fachgeschäfte angewachsen. Mit rund 30.000 Aktiven, die sich weitgehend ehrenamtlich engagieren, sind die Weltläden die größte entwicklungspolitische Bewegung in Deutschland.
Hier gibt es eine Übersicht zu den Meilensteinen des Weltladen-Dachverbandes zum Download.
Bei über 900 Weltläden in Deutschland ist es umso wichtiger, dass es einen Dachverband gibt, der Weltläden bei ihrer bedeutenden Arbeit unterstützt und sich für ihre Anliegen gegenüber der Politik und anderen Akteuren einsetzt.
Fehlende ökonomische und soziale Gerechtigkeit ist für Amo Antwi der Grund zahlreicher großer Krisen unserer Zeit. „Ob es die Klimakrise ist, die ungleiche Verteilung von Reichtum oder die Unterdrückung von Minderheiten – überall geht mangelnde Gerechtigkeit zu Lasten weniger privilegierter Menschen und führt letztlich zu sozialen Verwerfungen“, ist sich Amo Antwi sicher.
Der Faire Handel der Weltläden zeigt seit 50 Jahren, dass es auch anders geht: Mit Produktions- und Handelsweisen, die nicht den Profit, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellen und Perspektiven schaffen, vor allem für die Menschen am Anfang der Lieferketten. Zu den politischen Erfolgen der Weltladen-Arbeit in den letzten Jahren zählt Amo Antwi, dass es in einer breiten Kooperation zivilgesellschaftlicher Organisationen gelungen sei, das Lieferkettengesetz in Deutschland zu verwirklichen. Es soll Menschenrechte und Umweltstandards in globalen Lieferketten schützen. „Den Plänen der neuen Bundesregierung, dieses wichtige Gesetz wieder abzuschaffen, werden wir uns mit aller Kraft entgegenstellen.“
Hier gibt es die aktuelle Broschüre zum Fairen Handel der Weltläden zum Download; hier könnt ihr sie bestellen.
Über den Weltladen-Dachverband
Als Selbstorganisation der Weltläden unterstützt der Weltladen-Dachverband diese in allen Fragen rund um die Weltladen-Arbeit, z.B. Qualifizierung der weitgehend ehrenamtlichen Weltladen-Mitarbeiter*innen. Ein wichtiges Ziel ist, die Idee des Fairen Handels der Weltläden in der Öffentlichkeit und der Politik bekannter zu machen. Die jährlich vom Weltladen-Dachverband veranstalteten Weltladen-Fachtage in Bad Hersfeld bieten die größte Messe und Tagung für Weltläden und ihre Partnerorganisationen in Deutschland.
Der Weltladen-Dachverband ist Gründungsmitglied des Forum Fairer Handel e.V. und Mitglied in der World Fair Trade Organization.