Gegen krumme Geschäfte und für mehr Fairen Handel braucht es endlich einen gesetzlichen Rahmen.
Weltladen-Dachverband/Forum Fairer Handel
Aktuelle Kampagne

Aktionen zum Weltladentag 2020

Vor dem Beginn der Corona-Pandemie war viel Bewegung in die politische Debatte um ein Lieferkettengesetz gekommen. Die Unterstützung für ein Lieferkettengesetz in Deutschland ist im letzten Jahr deutlich gewachsen. Nun dominiert die Corona-Krise das öffentliche Leben und die politische Debatte. Was bedeutet das für die Diskussion über ein Lieferkettengesetz?

Gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz halten wir daran fest, dass noch in dieser Legislaturperiode ein Lieferkettengesetz in Deutschland erarbeitet werden soll. Denn die aktuelle Situation zeigt uns deutlich, warum Menschenrechte entlang globaler Lieferketten stärker in den Fokus müssen. Gerade am Anfang der Lieferkette sind Produzent*innen und Arbeiter*innen aufgrund fehlender Absicherung besonders gefährdet.

Neuer Kampagnen-Clip erklärt's in Kürze:

Aktionen am Weltladentag 2020 trotz Corona!?

Mit der Weltladentags-Kampagne 2020 wollen wir dem Lieferkettengesetz und unseren Forderungen noch mehr Druck verleihen. Einige unserer Aktionen für die diesjährige Kampagne können aufgrund der aktuellen Einschränkungen und des Kontaktverbots nicht stattfinden. Aber ein paar der Aktionsideen könnten auch in der aktuellen Situation stattfinden. Wir wollen sie euch im folgenden kurz vorstellen. Die detaillierten Anleitungen für die Aktionsideen findet ihr im Begleitheft zum Weltladentag 2020.

  • Die Petition der Initiative Lieferkettengesetz läuft noch bis Sommer. Bewerbt den Link zur Petition auf eurer Website oder/und in den Sozialen Medien. Die Petition ist zu finden auf der Website der Initiative Lieferkettengesetz unter www.lieferkettengesetz.de. Auch auf unserer Website ist sie hier eingebunden.

  • Mit dieser Methode könnt ihr unter Einhaltung des Mindesabstands mit Fahrrad- und Autofahrer*innen „ins Gespräch“ kommen. Für diese Aktion stellen sich vier Personen im Abstand von ca. 30-40 Metern mit je einem Schild (DIN A0) an eine gut befahrene Straße.

    Am besten funktioniert die Aktion im Feierabendverkehr, denn in der Dämmerung leuchten die Schilder und sind so besonders gut lesbar. 45 Minuten reichen dicke, dann habt ihr schon echt viele Leute erreicht. Und das Tolle daran: Dafür braucht ihr nicht mal eine Genehmigung! Das ist aber nur so, wenn ihr die Platten nicht abstellt, sonst ist es eine Sondernutzung des öffentlichen Raums.

    Die Muster-Texte für die Schildern und die ausführliche Anleitung findet ihr im Begleitheft zum Weltladentag 2020 auf Seite 19-20. Wie der Weltladen im Südviertel die Aktion in Münster umgesetzt habt, seht ihr auf dem Foto oben.

  • Wie erreichen wir Menschen auf einem möglichst einfachen und unerwarteten Weg? Vor dem Geldautomaten, auf dem Briefkasten der Deutschen Post, auf der Parkbank, am Automaten im Parkhaus oder im Einkaufswagen beim Discounter liegt unsere Kampagnen-Postkarte mit der Aufschrift „Lass das liegen!“. Auf der Rückseite steht: „Hab ich nicht gesagt, Du sollst das liegen lassen? Na gut, dann lies weiter: Weltweit leiden Menschen unter schlechten Arbeitsbedingungen…“. Unsere Aktionsidee aus 2019 lebt nach wie vor davon, dass ihr über einen längeren Zeitraum immer wieder an einigen Orten nur ein oder zwei Karten „verliert“.

    Die Postkarten könnt ihr bei uns hier bestellen.

  • Einfach und wirkungsvoll zugleich: Parkt euer Auto mit einem riesigen weißen Pappkarton auf dem Dach. Dieser enthält Botschaften rund um unsere Forderung nach einem Lieferkettengesetz. Die ausführliche Anleitung findet ihr im Begleitheft zum Weltladentag 2019 auf Seite 19.

  • Wer ein Auto hat und einen möglichst zentralen Parkplatz ergattert, kann auch auf folgende Weise auf das Thema aufmerksam machen. Klebt ca. 10 Post-its (DIN A5) mit handschriftlichen Botschaften auf Euer Auto. Das Ganze geht sogar noch offensiver, indem ihr das komplette Auto mit unzähligen Post-its oder mit mind. DIN A4 Zetteln beklebt (Tipp: ein Tropfen Honig als Kleber). Dazu nutzt Ihr die einzelnen Botschaften einfach mehrfach. Das ist ein totaler Hingucker! Die ausführliche Aktionsanleitung findet ihr im Begleitheft zum Weltladentag 2019 auf Seite 20.

  • Wer kennt sie nicht: Schwarze Bretter, die voll hängen mit irgendwelchen Ankündigungen, die kein Mensch liest. Besondere Aufmerksamkeit könnt ihr an solch einem Brett gewinnen mit einem Aushang im Querformat, der eine riesige, möglichst sinnlose Überschrift hat (Bsp.: „Nööööö“ oder „Kaninchen“). Diese soll rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun haben. Sie wird in sehr großer, fetter Schrift abgedruckt, so dass sie etwa die Hälfte des Blattes einnimmt. So gibt es einen möglichst großen Schwarz-Weiß-Kontrast. Im Text darunter geht es in deutlich kleinerer Schriftgrößer weiter: „Nee, um Kaninchen geht’s hier eigentlich nicht. Aber um was anderes Wichtiges: Wir brauchen ein Lieferkettengesetz!“). So werdet ihr viel Schmunzeln für Eure Aushänge ernten und gleichzeitig das Thema unter die Leute bringen.

    Beispiele für einen Aushang und eine Aktionsanleitung findet Ihr im Begleitheft zum Weltladentag 2019 auf Seite 21. 

  • Eine witzige Idee für die Sozialen Medien: Ein gemalter Rahmen in der Handfläche. Beispiele gibt es bereits einige, zum Beispiel zu finden auf der Facebook-Seite der Initative Lieferkettengesetz. Die ausführliche Anleitung findet ihr im Aktionsbaustein Nr. 01 unter www.lieferkettengesetz.de/mitmachen.

  • Der Weltladen Freising machte eine Aktion im Schaufenster zum Lieferkettengesetz unter dem Motto „Solidarität heißt auch weltweite Solidarität.“ Dazu haben sie einen Spiegel im Schaufenster aufgestellt und ihn mit Sprechblasen und Forderungen für ein Lieferkettengesetz dekoriert. Damit ihr es auch besser vorstellen könnt, findet ihr unten ein Foto.

    Über eine Pressemitteilung haben sie dann zur Teilnahme an der Foto-Aktion aufgerufen:

    "Blick ins Schaufenster, Blick in die Welt

    Der Blick in den Spiegel, welcher in einem roten Rahmen hängt, lädt Passant*innen ein, sich für einen gesetzlichen Rahmen zu positionieren, mit dem Unternehmen verpflichtet werden, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten.

    Deshalb die Einladung und Bitte: Machen Sie ein Foto von sich, wie Sie in den gesetzlichen Rahmen für Menschenrechte und Umweltstandards (also das Fenster) schauen. Teilen Sie dieses in Ihren Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #Lieferkettengesetz und dem Aufruf, die Petition zu unterzeichnen, um so gemeinsam mit uns für ein Lieferkettengesetz und weltweite Solidarität einzustehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll aufgefordert werden, noch in dieser Legislaturperiode ein Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen. https://lieferkettengesetz.de/mitmachen/"

  • Folgender Tipp kommt von der Fair-Handels-Beratung aus Baden-Württemberg: Unterschriften-Sammlungen können hygienisch einwandfrei folgermaßen gestaltet werden: Legt die Unterschriftenlisten in eine Plastikhülle (normaler Bürobedarf).Stellt daneben Desinfektionsmittel und Tücher bereit, damit Stift und Plastikhülle der Unterschriftenliste abgewischt werden können, falls von den Kund*innen gewünscht. Die Unterschriftenliste wird immer nur soweit aus der Plastikhülle gezogen, dass die jeweils nächste Zeile frei ist, damit die Hand beim Unterschreiben auf der Plastikhülle ruht, die danach desinfiziert werden kann.

  • Der Weltladen Landau hat eine schöne Idee, wie sie ihren "Spuckschutz" an der Kasse im Kampagnen-Design gestalten können. Sie haben die Plexiglasscheibe dekoriert mit dem gesetzlichen Rahmen der Initiative Lieferkettengesetz. Dazu haben sie den Text und einen Paragraphen auf Folie ausgedruckt und rotes Klebeband für den Rahmen verwendet. Wie das ganze aussieht, seht ihr unten auf dem Foto.

  • Der Weltladen Bremen hat die Abstands-Kennzeichnungen im Weltladen mit dem knall-orangefarbigen Kampagnen-Klebeband "Unternehmen haftbar machen!" auf dem Boden angebracht. Auch die Bodenpfeile, um eine "Einbahnstraße“ für Kund*innen im Laden zu einzurichten haben sie damit aufgeklebt (z. B. immer an der rechten Wand entlang bis zur Kasse). Das Klebeband war Teil unserer Kampagnen-Aktion in 2015/2016 und vielleicht habt Ihr noch Reste im Weltladen?

Der Faire Handel als Best Practice

Als Weltladen-Bewegung können wir in die Debatte um ein Lieferkettengesetz allen voran auch praktische Erfahrungen einbringen, wie verantwortungsvolles Wirtschaftens funktioniert. Im Fairen Handel steht schon seit bald 50 Jahren der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt. Weltläden und Fair-Handels-Unternehmen machen vor, wie verbindliche Regeln aussehen und funktionieren können. Gerade auch in Krisenzeiten.

Unser Ansatz darf nicht länger etwas Besonderes bleiben, sondern muss für alle global agierenden Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein. Wir sind es satt, mit moralischem Zeigefinger gegen das unverantwortliche Handeln vieler Konzerne anzutreten. Ein Lieferkettengesetz könnte das durchsetzen, was längst selbstverständlich sein müsste: Menschenrechte für alle Beteiligten!

Portrait Jens Klein, Geschäftsführung, Café Chavalo Jens Klein, Geschäftsführung, Café Chavalo

Kampagnen-Materialien online bestellen

Über das Bestell-Formular könnt ihr jetzt oder auch später Kampagnen-Materialien bestellen. Alle Dateien findet ihr zudem unten auf dieser Seite zum Herunterladen.

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Die politische Kampagnenarbeit rund um den Weltladentag wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ und von der Europäischen Union.

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