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Feedback

Feedback geben bedeutet, anderen Menschen eine Rückmeldung zu geben. Es ist ein wichtiges Kommunikationsinstrument, um dem Gegenüber seine*ihre Wirkung auf andere zu spiegeln und um Anerkennung und konstruktive Kritik zu äußern. Menschen wollen wahrgenommen werden und eine Resonanz erhalten. Eine Praxis des Feedbacks im Weltladen ermöglicht eine offenere Kommunikation untereinander. Dabei sind Takt und Behutsamkeit gute Ratgeber.

Mit einem Feedback will ich mein Gegenüber darauf aufmerksam machen, wie sein*ihr Verhalten positiv wie negativ auf mich wirkt und was es für mich bedeutet. Damit teile ich zugleich etwas über mich selbst mit, da mein Eindruck subjektiv ist. Ich verdeutliche der*dem Anderen meine Gefühle und Bedürfnisse, damit sie*er weniger auf Mutmaßungen angewiesen ist, wie und was bei mir ankommt.

Feedback bedeutet

  • den*die andere*n wissen zu lassen, was man über sich selbst denkt und fühlt ("Mir ist heute nicht zum Lachen zumute.").
  • den*die andere*n wissen zu lassen, was man über ihn*sie denkt und fühlt, wie man ihn*sie erlebt ("Ich habe den Eindruck, dass Du gereizt auf meine Fragen reagierst.",, "Ich nehme Dich als sehr bestimmend wahr.").
  • sich gegenseitig zu sagen, was man über sich und den*die andere*n denkt und fühlt ("Ich arbeite gerne mit Dir zusammen.", "Das freut mich. Mir geht es auch so.").

Häufig wissen wir nicht, wie wir auf andere wirken und es gibt einen Anteil des eigenen Verhaltens, den nur die anderen wahrnehmen und der uns nicht bewusst ist oder den wir anders einschätzen. So kann es z.B. sein, dass ich den Eindruck habe, mich eher zurückhaltend verhalten zu haben, die anderen mich aber als dominant erleben.

Das Johari-Fenster beschreibt diesen Unterschied von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Dabei ist der berühmte "Blinde Fleck" der Bereich, der durch ein Feedback erhellt werden kann.

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Feedback besteht aus

  • Verhaltensbeobachtung
  • Verhaltensbeschreibung
  • Gefühlsresonanz und Selbstmitteilung
  • Handlungsimpuls

Beispiel: "Du hast mich mehrmals unterbrochen (Verhaltensbeschreibung). Ich habe dann keine Lust mehr, was zu sagen (Gefühlsresonanz / Selbstmitteilung). Ich möchte Dich bitten, mich ausreden zu lassen (Handlungsimpuls)."

Ein Feedback ist subjektiv und sagt nicht die "Wahrheit" über die andere Person. Der*die Feedback-Geber*in teilt zugleich etwas über sich und seine*ihre Empfindungen und Bedürfnisse mit. Für ihn*sie ist das eigene Erleben wahr und das kann ihm*ihr von dem*der Feedback-Empfänger*in auch nicht abgesprochen werden. Eine empfangene Rückmeldung sollte nicht abgetan oder gleich zurückgewiesen werden, sondern zunächst im Herzen bewegt werden. Vielleicht wird etwas gespiegelt, dessen man sich nicht bewusst ist (Blinder Fleck) und man erfährt etwas über sich selbst. Zumindest die Bedeutung, die es für den*die Feedback-Geber*in hat, sollte ernst genommen werden.

Ein Feedback wird nicht nur gegeben, es kann auch erbeten werden. Man kann sich Rückmeldung holen und dabei mehr Sicherheit über das eigene Tun, die eigene Wirkung und die Beziehung gewinnen.

Ich-Botschaften

Eine wichtige Voraussetzung für ein gelungenes Feedback ist das Formulieren von Ich-Botschaften statt Du-Botschaften. Du-Botschaften sind Zuschreibungen und Schuldzuweisungen an die andere Person ("Du bist gereizt.", "Du bist immer so emotional.", "Du willst alles bestimmen.").

Mit Ich-Botschaften kennzeichne ich die Subjektivität meiner Wahrnehmung und bringe mein Anliegen, mein Bedürfnis zum Ausdruck. Ich-Botschaften wirken – im Gegensatz zu Du-Botschaften – nicht als Angriff, Tadel oder Urteil und erzeugen wenig Druck und Widerstand ("Du kommst ständig zu spät!" (Du-Botschaft), "Mir macht es etwas aus, wenn Du unpünktlich bist." (Ich-Botschaft)).

Kriterien für ein angemessenes Feedback

  • Beschreibend Eindruck und Beobachtung schildern statt Interpretationen und Bewertungen
  • Konkret konkrete Beispiele nennen, auf die sich die Rückmeldung bezieht, statt Generalisierungen zu verwenden.
  • Angemessen kein Rundumschlag, keine Abrechnung
  • Respektvoll und wertschätzend auf das Verhalten und nicht auf die Person bezogen
  • Brauchbar veränderungsfähiges Verhalten ansprechen
  • Erbeten fragen statt aufzwingen
  • Rechtzeitig zeitnah statt "Rabattmarken sammeln"

Regeln für das Geben von Feedback

  • Ich-Botschaften In „Ich-Form“ sprechen statt von „man“ oder allgemein. Zuschreibungen wie "Du bist..." vermeiden.
  • Selbstmitteilung Von den eigenen Wahrnehmungen, Gefühlen, Empfindungen sprechen. Mitteilen, was das Verhalten des Gegenübers bei einem auslöst.
  • Wünsche statt Vorwürfe Überlegen, welches Bedürfnis hinter dem Vorwurf steht und dieses als Wunsch oder Bitte mitteilen.
  • Rückversicherung Nachfragen, wie das Feedback bei dem*der Anderen angekommen ist.

Regeln für das Empfangen von Feedback

  • Die Anderen möglichst oft um Feedback bitten.
  • Konkret sagen, worüber man eine Rückmeldung haben möchte.
  • Prüfen, ob man tatsächlich eine Rückmeldung aufnehmen kann.
  • Die Rückmeldung aufmerksam anhören.
  • Argumentieren oder verteidigen vermeiden.
  • Wiederholen, wie man das Feedback verstanden hat.
  • Nach möglichen Verhaltensalternativen fragen.
  • Sagen, was man bereit ist zu ändern und was nicht. Dabei gilt auch: "Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie Du mich haben willst."
  • Seine Empfindungen mitteilen.

Mit einem Feedback kann man auch die "Schwachstellen" der Weltladen-Mitarbeiter*innen ansprechen, um die Fehlerquote zu reduzieren.

Beispiel: Die Hauptamtliche, die den ganzen Tag im Weltladen verbringt, sagt zu einer Mitarbeiterin: "Du bist gestern nicht zum Ladendienst gekommen und hast auch nicht abgesagt (Verhaltensbeschreibung). Ich habe mich sehr darüber geärgert. Ich hatte vor, die Bestellungen zu machen und bin nun nicht dazu gekommen. Ich konnte auch nicht umplanen, da ich nicht wusste, ob Du noch kommst oder nicht (Gefühlsresonanz/Selbstmitteilung). Ich möchte Dich bitten, das nächste Mal rechtzeitig anzurufen und abzusagen, damit ich weiß, woran ich bin (Handlungsimpuls)."


Quelle

DEAB – Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (2010): QualiFair Aufbaukurs Weltladen. Qualifikation für Fach- und Führungskräfte im Fairen Handel. Modul “Personalführung im Weltladen” (Birgit Lieber), nach: Donnert, Rudolf (1999): Soziale Kompetenz. Der Praxisratgeber für ein kooperatives Arbeitsklima; Barth, Sibylle (2009): Seminarunterlagen Expertenworkshop QualiFair.

Quelle: Wiki-Artikel „Feedback“ von Weltladen-Dachverband e.V. unter einer CC BY 4.0-Lizenz

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