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Methoden zur Auswertung und Feedback

Bildungsformate können durch vielfältige Methoden partizipativ, informativ und interaktiv gestaltet werden. Um eine Methode für die einzelnen Veranstaltungsphasen auszuwählen, sollte der Weltladen überlegen, was für das Thema geeignet ist, woran die Zielgruppe Spaß hat, welche Methode dem Weltladen selbst liegt und wie die Methode in den Gesamtablauf passt, so dass die Bildungseinheit abwechslungsreich gestaltet ist. Ferner sollte die Methode die Ziele der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Fokus haben und den Kompetenzerwerb bei den Teilnehmenden fördern.

Immer Feedback einholen

Jede Veranstaltung sollte immer mit einem Feedback an die Referent*innen enden. Dies gilt sowohl für kurze und mehrtägige als auch für Online-Seminare und Präsenzveranstaltungen. Eine Auswertung kann in schriftlicher, mündlicher, anonymer oder öffentlicher Form geschehen. Es gibt eine Vielzahl an Methoden, um ein Feedback von den Teilnehmenden zu erhalten. Feedback sollte immer konstruktiv und nicht verletzend formuliert werden. Es dient als Hilfestellung zur Weiterentwicklung von Bildungsformaten. Die Evaluierung ist vor allem für Weltläden als Veranstalter wichtig, um daran die eigene Bildungsarbeit zu messen und Erkenntnisse in die zukünftigen Angebote einfließen zu lassen. Abgesehen von dieser Rückmeldung sollte der Weltladen auch an die eigene Auswertung und die der Begleitperson(en) denken.

Methoden an Zielgruppen und Zeit anpassen

Es gibt es ein vielfältiges Methoden-Repertoire, aus dem sich Weltäden bedienen können. Vier Methoden werden im Folgenden vorgestellt. Diese können immer an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.

Methode: Zielscheibe

Zielgruppe

Die Methode eignet sich für Schüler*innen, Jugendliche und Erwachsene.

Ziel

Die Methode ermöglicht ein schnelles anonymes Feedback, dass mittels einer Zielscheibe visualisiert wird.

Material

Es werden ein Plakat, Stifte und eine Wand zum Aufhängen benötigt.

Ablauf

Bei der Methode "Zielscheibe" wird ein Kreis auf einen großen Bogen Papier gezeichnet und in Segmente unterteilt. Diese Segmente repräsentieren verschiedene Aspekte einer Veranstaltung (Lerninhalte, Organisation, Methoden, Referent*innen,...). Die Aspekte sollten mit den eigenen vorab definierten Indikatoren des Veranstalters übereinstimmen, damit eine Selbstevaluierung möglich ist. Das Innere des Kreises wird mit einem Plus, einem lachenden Gesicht oder einem ähnlichen Symbol markiert, das Äußere mit einem Minus oder ähnlichem Symbol. Die Teilnehmer*innen erhalten für jedes Segment einen Klebepunkt, den sie in den Kreis kleben sollen. Dies kann gemeinsam zu einem bestimmten Zeitpunkt geschehen, aber auch nacheinander (zum Beispiel während der Kaffeepause). Alternativ können auch Kreuze mit einem Stift gemacht werden. Das daraus entstehende Muster visualisiert das Feedback der Gruppe. Ein Vorteil der Methode ist, dass das entstandene Bild fotografiert und für Dokumentationszwecke verwendet werden kann.

Methode: Fünf-Finger-Methode

Zielgruppe

Die Methode eignet sich für Schüler*innen, Jugendliche und Erwachsene.

Ziel

Diese Auswertungsmethode lässt die Teilnehmer*innen auf eine ansprechende Weise das Seminar reflektieren. Die Methode kann so abgewandelt werden, dass das Feedback entweder anonym oder öffentlich geäußert werden kann.

Material

Es werden je nach Variante, Papier in der Anzahl der Teilnehmer*innen und Stifte benötigt.

Ablauf

Die Teilnehmenden nutzen die fünf Finger einer Hand, um das Seminar zu bewerten. Jeder Finger ist mit einer Aussage verknüpft:

  • Daumen: Das hat mir besonders gefallen.
  • Zeigefinger: Darauf möchte ich hinweisen.
  • Mittelfinger: Das stinkt mir.
  • Ringfinger: Das liegt mir am Herzen.
  • Kleiner Finger: Das ist mir zu kurz gekommen.

Diese Methode kann in unterschiedlichen Varianten umgesetzt werden:

  1. Die Teilnehmenden geben in der großen Runde nacheinander ihr Finger-Feedback. In der großen Gruppe kann diese Form längere Zeit in Anspruch nehmen. Viele Wiederholungen führen dazu, dass die Aufmerksamkeit stetig sinkt. Teilnehmende bitten sich kurz zu halten.
  2. Die Teilnehmenden erhalten ein Blatt mit einer vorgezeichneten Hand und geben ihr Feedback in schriftlicher Form. Anschließend wird das ausgefüllte Blatt an die Referent*innen abgegeben. Das Feedback wird anonymisiert. Das hat den Vorteil, dass die Teilnehmenden vielleicht Aspekte aufschreiben, die sie in großer Runde nicht äußern würden. Anschließend kann die Seminarleitung die Möglichkeit geben, nochmal Aspekte zu äußern, die die Teilnehmenden erläutern möchten oder für die sie in keinem der fünf Finger Platz gefunden haben.
  3. Die Teilnehmenden erhalten ein Blatt mit einer vorgezeichneten Hand und geben ihr Feedback in schriftlicher Form. Anschließend wird das ausgefüllte Blatt an der Wand befestigt. Das Feedback kann keiner Person zugeordnet werden. Es kann dennoch ein schnelles Stimmungsbild der Veranstaltung mit allen Rückmeldungen eingefangen werden. Anschließend kann die Seminarleitung die Möglichkeit geben, nochmal Aspekte zu äußern, die die Teilnehmenden erläutern möchten oder für die sie in keinem der fünf Finger Platz gefunden haben.

Die Methode ist deshalb so ansprechend, weil sie sich der Assoziativtechnik bedient: Die Verknüpfung bekannter Gesten mit Seminarinhalten fällt leicht und bleibt gut in Erinnerung.

Methode: Post-It-Mitteilung

Zielgruppe

Die Methode eignet sich für Schüler*innen, Jugendliche und Erwachsene.

Ziel

Mit dieser Methode werden kurze anonyme Nachrichten verfasst. Somit sind die Teilnehmenden gezwungen ein kurzes, prägnantes und qualitatives Feedback an die Referent*innen zu geben. Die Methode ist an das Schreiben von Handy-Nachrichten an Freund*innen angelehnt.

Material

Es werden Post-It-Zettel und Stifte in der Anzahl der Teilnehmenden benötigt.

Ablauf

Alle Teilnehmer*innen werden gebeten eine kurze Nachricht an ein*e Freund*in auf einen ausgeteilten Post-It-Zettel zu schreiben. Die Nachricht soll kurz und prägnant sein. Sie werden aufgefordert, kritische, lobende oder anregende Kommentare auf die Zettel zu schreiben. (z.B. Hallo Toni. Schade, dass du nicht dabei warst. Ich hab viel gelernt. Weißt du, dass ein T-Shirt bis zur Fertigstellung durch 15 Länder reisen muss? Echt krass. Erzähl dir später mehr." oder "Hallo Toni, endlich ist das Seminar vorbei. Der Referent hat die ganzen 1,5 Stunden einen Vortrag gehalten. Das war so langweilig."). Die Zettel werden am jeweiligen Platz der Teilnehmer*innen kleben gelassen.

Methode: Fragebogen

Zielgruppe

Die Methode eignet sich für Schüler*innen, junge Menschen und Erwachsene.

Ziel

Mittels eines Fragebogens kann die Veranstaltung in schriftlicher, anonymer Form ausgewertet werden. Die Fragebogen sind so konzipiert, dass die vorab festgelegten Indikatoren des Seminars oftmals in Multiple-Choice-Fragen abgefragt werden und zudem Freiräume für ein individuelles Feedback geschaffen werden. Ein detaillierter Fragebogen bietet Chancen auf ein umfassendes Feedback.

Material

Es wird der Fragebogen in ausgedruckter Form in der Anzahl der Teilnehmenden benötigt.

Ablauf

  • Der*Die Referent*in verteilt zehn Minuten vor Seminarende den Fragebogen an alle Teilnehmenden und lässt ihnen Zeit zum Ausfüllen.
  • Die ausgefüllten Fragebögen werden entweder auf den Tischen liegengelassen oder an einem dafür vorgesehenden Ort gesammelt.
  • Der Fragebogen enthält Fragen unter anderem über Raum, Zeit, Ort, Inhalte und Rolle der Referent*innen. Er kann ein Mix aus Multiple-Choice-Fragen mit Ankreuzmöglichkeiten und offenen Fragen sein.

Autorin: Katja Voss Stand: Dezember 2020


Quelle

EPIZ Berlin (2013): Methodensammlung für Referent_innen

Quelle: Wiki-Artikel „Methoden zur Auswertung und Feedback“ von Weltladen-Dachverband e.V. unter einer CC BY 4.0-Lizenz

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