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Methoden zum Diskutieren und Reflektieren

Bildungsformate können durch vielfältige Methoden partizipativ, informativ und interaktiv gestaltet werden. Um eine Methode für die einzelnen Veranstaltungsphasen auszuwählen, sollte der Weltladen überlegen, was für das Thema geeignet ist, woran die Zielgruppe Spaß hat, welche Methode dem Weltladen selbst liegt und wie die Methode in den Gesamtablauf passt, so dass die Bildungseinheit abwechslungsreich gestaltet ist. Ferner sollte die Methode die Ziele der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Fokus haben und den Kompetenzerwerb bei den Teilnehmenden fördern.

Diskussion und Reflexion

In dieser Phase geht es um die Hinterfragung der Meinung und Haltung der Teilnehmenden, wofür diese zum Denken angeregt werden sollen. Durch das Nachspüren und Verarbeiten der Informationen bleiben die Inhalte besser „hängen“.

Methoden an Zielgruppen und Zeit anpassen

Es existiert ein vielfältiges Methoden-Repertoire, aus dem sich Weltäden bedienen können. Vier Methoden werden im Folgenden vorgestellt. Diese müssen immer an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.

Methode: Fish Bowl

Zielgruppe

Diese Methode eignet sich für Jugendliche und Erwachsene.

Ziel

Das Fish-Bowl ist eine einfache, aber dynamische Alternative zur herkömmlichen Gruppen-Präsentation oder auch zur Podiumsdiskussion. Durch die Kombination einer Großveranstaltung mit den Vorteilen kleiner Gesprächsrunden wird Lebendigkeit und Spontaneität in konventionelle Veranstaltungsformate gebracht. Geeignet ist die Methode Fish-Bowl für die Präsentation von Gruppenergebnissen, für Streitfragen und offene Diskussionsprozesse und für die Vertretung von Teilinteressen in einer größeren Gruppe.

Material

Es werden 4-6 Stühle für die Diskutent*innen und Stühle für die Zuhörenden benötigt.

Ablauf

Ein kleiner Kreis von Teilnehmenden (Stellvertretende für ihre Arbeitsgruppe) sitzt in einem kleinen Stuhlkreis in der Mitte (4-6 Stühle), alle anderen Beteiligten in einem großen Stuhlkreis rundherum. Reden dürfen nur die Personen im innersten Kreis, und zwar in Form einer direkten Diskussion. Personen im Außenkreis hören zu, können aber jederzeit zum Innenkreis gehen und mitdiskutieren. Dafür setzt sich die betreffende Person auf einen freien Stuhl, der im inneren Kreis für spontane Beiträge aus dem Außenkreis von Anfang an bereit gestellt wird. Die Person auf diesem Stuhl darf ihren Gedanken zu Ende formulieren und verlässt anschließend den Kreis. In der Praxis entwickelt sich nach einer anfänglichen Unsicherheit ein Kommen und Gehen, ohne dass dadurch die Debatte abbricht. Zu beachten ist, dass es darum geht, miteinander zu reden, statt Reden halten. Es werden keine Mikrofone verwendet, da ansonsten nicht alle in Teilnehmende aus der Mitte gleichberechtigt zu hören sind.

Methode: Angeleiteter Spaziergang

Zielgruppe

Diese Methode eignet sich für Schüler*innen, junge Menschen und besonders für Erwachsene.

Ziel

Während eines angeleiteten Spaziergangs kommen die Teilnehmenden in einem anderen Setting miteinander ins Gespräch. Sie können sich frei bewegen, den Ortswechsel genießen und in einer Zweier-Gruppe möglicherweise offener miteinander ins Gespräch kommen.

Material

Die Teilnehmer*innen sollten eine Uhr haben.

Ablauf

  • Die Teilnehmenden werden in Zweier-Gruppen (oder Kleingruppen) aufgeteilt. Alle Personen bekommen die gleiche Fragestellung.
  • Die Aufgabe ist es, während eines Spaziergangs die Fragestellung zu diskutieren und anschließend die Ideen und gewonnenen Kenntnisse in der Großgruppe in kanckiger Form vorzustellen.
  • Der Spaziergang umfasst einen Zeitrahmen, den die Teilnehmer*innen kennen und einhalten sollen.
  • Voraussetzung der Methode ist, dass die Teilnehmenden das Gelände kennen. So können sie sich frei bewegen und zum vereinbarten Zeitpunkt in den Seminarraum zurückkommen. Alternativ kann der*die Referent*in auch vorweg gehen und somit den Weg weisen.

Methode: Szenische Standbilder

Zielgruppe

Diese Methode eignet sich für Schüler*innen, Jugendliche und Erwachsene.

Ziel

Mit szenischen Standbildern können die Teilnehmenden jenseits von verbaler Kommunikation mittels ihres Körpers Begriffe, Gefühle oder Situationen artikulieren. Diese ton- und bewegungslosen Standbilder lösen eine Diskussion zum Veranstaltungsthema aus.

Ablauf

Zu einem zentralen Thema oder einer Frage bauen Gruppen Standbilder. Die Teilnehmenden stellen mit ihren Körpern Begriffe, Gefühle oder Situationen in einem ton- und bewegungslosen Standbild dar. Die anderen Teilnehmenden betrachten in der Präsentationsphase die Szene und äußern, was sie sehen und darüber entfaltet sich eine Diskussion. Auch die Darstellenden bringen sich mit ihren Gefühlen und Ideen in die Diskussion ein. Mit der Diskussion erfolgt der Transfer vom Standbild zum Veranstaltungsthema.

Methode: Kugellager

Zielgruppe

Diese Methode ist besonders geeignet für Jugendliche und Erwachsene.

Ziel

Mit dieser Methode werden die Fragen von allen Teilnehmer*innen diskutiert und es findet zugleich ein intensiver Austausch durch Zweier-Gespräche statt. Die Methode ermöglicht es, Kritik zu begründen und gezielt nachfragen zu können.

Material

Es werden Stühle in der Anzahl der Teilnehmenden benötigt.

Ablauf

  • Die Teilnehmenden sitzen sich in zwei Kreisen gegenüber. Es wird eine Fragestellung für alle formuliert und diese von wechselnden Paaren diskutiert.
  • Die Teilnehmenden setzen sich in einen Innen- und einen Außenkreis. Jede Person im Innenkreis hat eine Person im Außenkreis, die sie direkt anschaut.
  • Das Vorgehen wird kurz erläutert, dann wird die erste Fragestellung durch die Seminarleitung vorgestellt.
  • Die Paare diskutieren das Thema.
  • Nach Ablauf der vereinbarten Zeit (je nach Thema 3 bis 8 Minuten) rücken alle Personen im Außenkreis einen Platz weiter (in der gleichen Richtung!) – möglichst rechtzeitig auf den bevorstehenden Wechsel aufmerksam machen.
  • Das neu gebildete Paar diskutiert die nächste Fragestellung.

Das sollte berücksichtigt werden:

  • Es gibt keinen Austausch mit mehreren Personen, man kann sich nicht als Gruppe einigen.
  • Der Geräuschpegel kann laut sein.
  • Die Räumlichkeit muss groß genug sein für zwei Stuhlkreise.
  • Unbedingt Thema/Fragestellung visualisieren.
  • Eine Auswertung der einzelnen Kleindiskussionen ist fast nicht möglich.

Autorin: Katja Voss Stand: Dezember 2020


Quelle

Weltladen-Dachverband (2014): Man lernt nie aus. Leitfaden zur Erwachsenenbildung.

Open School 21 (2014): Handbuch für Referent_innen.

Quelle: Wiki-Artikel „Methoden zum Diskutieren und Reflektieren“ von Weltladen-Dachverband e.V. unter einer CC BY 4.0-Lizenz

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