Pressemitteilung Weltladentag 2026
Süß im Geschmack, bitter im Anbau?
Weltladen-Dachverband
Mainz. Vier Handelskonzerne dominieren 85 Prozent des deutschen Lebensmittelmarktes – mit gravierenden Folgen für Obstproduzent*innen weltweit. Zum Weltladentag am 9. Mai machen rund 300 Weltläden bundesweit auf schlechte Arbeitsbedingungen und unfair verteilte Gewinne im Handel mit Orangen, Mangos oder Bananen aufmerksam und zeigen Alternativen auf.
Gifty Rosetta Amo Antwi, Geschäftsführerin des Weltladen-Dachverbandes, berichtet über die Missstände auf vielen konventionellen Obst-Plantagen: „Bevor die Früchte bei uns im Einkaufskorb landen, haben viele Menschen entlang globaler Lieferketten hart gearbeitet – oft unter prekären Bedingungen mit niedrigen Löhnen, befristeten Verträgen und kaum Mitbestimmung. Die internationale Obstproduktion ist ein Milliardengeschäft, doch profitieren vor allem wenige große Handelskonzerne. In Deutschland kontrollieren vier Unternehmen rund 85 Prozent des Marktes. Diese Marktmacht setzt Lieferanten massiv unter Preisdruck – häufig so stark, dass Produktionskosten kaum gedeckt sind.“
Der Faire Handel zielt darauf ab, die Wertschöpfung entlang der Lieferketten gerechter zu verteilen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu stärken. Faire Preise, Transparenz und partnerschaftliche Handelsbeziehungen stehen im Mittelpunkt. Marcel Martetschläger von der Fair Trade Genossenschaft WeltPartner zeigt am Beispiel von Mangos, wie Fairer Handel wirken kann: „Wir arbeiten seit Ende der 1980er-Jahre mit der Organisation Preda auf den Philippinen zusammen. Der Faire Handel sichert Kleinbäuer*innen stabile Einkommen und Perspektiven vor Ort. Gleichzeitig finanziert der Verkauf unserer Mango-Produkte rund die Hälfte der Kinderschutzarbeit von Preda. So trägt jede verkaufte Mango dazu bei, Kinder vor Ausbeutung zu schützen und ihnen Zugang zu Schutzräumen, Therapie und Schulbildung zu ermöglichen.“
Interessierte können sich auf Mitmach-Aktionen freuen und den Weltladen vor Ort suchen unter: www.weltladen.de
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Mögliche Interviewpartner*innen:
- Gifty Rosetta Amo Antwi, Geschäftsführerin des Weltladen-Dachverbands: Sie verbindet eine akademische Ausbildung in Ethnologie, Soziologie und Politik mit langjähriger Praxis im Fairen Handel – u. a. als Bildungsreferentin und Geschäftsführerin des Weltladen Mainz. www.weltladen.de
- Marcel Martetschläger, Leitung Öffentlichkeitsarbeit & Nachhaltige Entwicklung von der Fair Trade Genossenschaft WeltPartner: WeltPartner steht seit 1988 für Fairen Handel mit über 50.000 Kleinbauernfamilien und Kleinstproduzierenden aus 40 Ländern, www.weltpartner.de
Weitere Informationen:
Auf unserer Website, zum Beispiel
- Ausbeutung in Europa: Die Aktion Süß statt bitter macht auf Ausbeutung in Süditalien aufmerksam und zeigt Alternativen.
- Die Macht der Big 4: Der Einfluss der vier großen deutschen Supermarktketten auf die Lebensmittellieferketten (Publikationen von Forum Fairer Handel und Oxfam)
Weitere Lese- und Hörtipps zu den Herausforderungen in Frucht‑Lieferketten und die Ansätze des Fairen Handels gibt es ebenfalls auf unserer Website.
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