Appell
Landwirtschaft braucht Fairness
Unsplash/Steven Weeks
Faire Preise für eine Landwirtschaft mit Zukunft
Viele landwirtschaftliche Betriebe stehen unter starkem Preisdruck. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Umwelt- und Sozialstandards sowie an eine nachhaltige Produktion. Ohne faire Bezahlung können viele Produzent*innen diese Herausforderungen kaum bewältigen. Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen für Handelsbedingungen ein, die Landwirt*innen ein existenzsicherndes Einkommen ermöglichen.
Eine wichtige Gelegenheit dafür bietet die geplante Reform der europäischen Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie). Sie muss sicherstellen, dass landwirtschaftliche Produkte nicht unterhalb der Produktionskosten eingekauft werden dürfen. So kann ein wirksames Sicherheitsnetz für Bäuer*innen entstehen, in Europa und weltweit.
Unser Appell an die Bundesregierung
Gemeinsam mit vielen Organisationen fordern wir Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, sich klar für faire, kostendeckende Preise entlang der gesamten Lieferkette einzusetzen. Landwirtschaftliche Produkte dürfen nicht unterhalb der Produktionskosten eingekauft werden.
Faire Preise müssen die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken und Landwirt*innen ein existenzsicherndes Einkommen sowie Investitionen in ihre Betriebe ermöglichen. Deshalb muss die Zahlung von Preisen unterhalb der Kostendeckung in der EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) ausdrücklich als unfaire Handelspraktik verboten werden.
Warum faire Preise so wichtig sind
Unfaire Preise gefährden Existenzen entlang lokaler und globaler Lieferketten. Ob Getreide- und Milchbetriebe in Deutschland oder Kaffee- und Kakaoproduzent*innen in Ländern wie Ghana, Brasilien oder Indonesien: Viele von ihnen können nicht von ihrer Arbeit leben. Das erschwert Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft und macht Betriebe anfälliger für Krisen.
Dabei steht die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Biodiversitätsverlust und steigende Anforderungen an Qualität und Nachhaltigkeit erfordern hohe Investitionen. Ohne faire Einkommen droht ein weiteres Höfesterben, mit Folgen für die Versorgungssicherheit, die Vielfalt der Landwirtschaft und stabile Lieferketten weltweit.
Faire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind deshalb eine Investition in die Zukunft. Sie stärken die Resilienz der Landwirtschaft und ermöglichen eine nachhaltige Entwicklung entlang der gesamten Lieferkette.
Unsplash/Steven Weeks
Gemeinsam Druck machen
Der Appell „Landwirtschaft braucht Fairness“ wird von zahlreichen Organisationen getragen, darunter Fairtrade Deutschland, Oxfam, Misereor, INKOTA, der Global Nature Fund und der Weltladen-Dachverband. Gemeinsam sammeln wir bis Ende September Unterschriften. Im Rahmen der Fairen Woche sollen sie an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer übergeben werden.
Mit eurer Unterschrift unterstützt ihr die Forderung, dass Handelspartner entlang der gesamten Lieferkette faire, kostendeckende Preise zahlen müssen. Landwirtschaft braucht eine Zukunft und dafür braucht sie faire Bedingungen.
Dies ist ein gemeinsamer Appell von:
- Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL)
- Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V.
- Christliche Initiative Romero e.V. (CIR)
- Deutsche Umwelthilfe e.V.
- Fairtrade Deutschland e.V.
- FEMNET e.V.
- Forum Fairer Handel e.V.
- Global Nature Fund (GNF)
- Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
- INKOTA-netzwerk e.V.
- Katholische Landvolkbewegung Deutschland
- Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.
- ND-KMF e.V. (ND-Netz)
- Oxfam Deutschland e.V.
- Weltladen-Dachverband e.V.