17 Ziele für eine gerechtere Welt
Die SDGs und der Faire Handel
United Nations Sustainable Development Goals
Was sind die SDGs?
Die SDGs (Sustainable Development Goals) sind 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die alle 193 UN-Mitgliedstaaten 2015 als Kern der Agenda 2030 beschlossen haben. Sie reichen von der Bekämpfung von Armut und Hunger über Bildung und Gleichberechtigung bis zu Klimaschutz und verantwortungsvollem Konsum. Anders als frühere Entwicklungsziele gelten sie für alle Länder, also auch für Deutschland. Rechtlich verbindlich sind sie allerdings nicht.
Wo steht die Welt heute?
Laut dem UN
Was hat der Faire Handel mit den SDGs zu tun?
Der Faire Handel verfolgt viele Ziele der Agenda 2030 schon seit über 50 Jahren. Im Kern geht es beiden um dasselbe: Wirtschaft soll den Menschen dienen und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen erhalten. Deshalb berührt der Faire Handel nicht nur ein einzelnes SDG, sondern fast alle.
Weltladen-Dachverband
Dass das nicht nur gute Absichten sind, zeigen die zehn Grundsätze der World Fair Trade Organization (WFTO). Sie legen fest, wie Fair-Handels-Organisationen arbeiten müssen, von fairer Bezahlung über gute Arbeitsbedingungen bis zum Umweltschutz. Für WFTO-Mitglieder sind sie verbindlich und werden überprüft. Während die SDGs beschreiben, was bis 2030 erreicht werden soll, zeigen die Grundsätze, wie der Faire Handel ganz praktisch dazu beiträgt.
Einige Beispiele: Faire Preise und Prämien sichern Kleinbäuer*innen und Handwerker*innen ein verlässliches Einkommen und helfen so gegen Armut und Hunger (SDG 1 und 2). Mit den Prämien finanzieren Kooperativen oft Schulen, Brunnen oder Gesundheitsstationen und tragen damit zu Bildung, Gesundheit und sauberem Wasser bei (SDG 3, 4 und 6). Frauen werden gezielt gefördert und gleich bezahlt (SDG 5), ausbeuterische Kinderarbeit ist ausgeschlossen (SDG 8). Ökologischer Anbau und Hilfe bei der Anpassung an Dürren und Unwetter stärken Klima- und Umweltschutz (SDG 13 und 15). Und weil Genossenschaften demokratisch organisiert sind und Handelspartner*innen langfristig auf Augenhöhe zusammenarbeiten, stärkt der Faire Handel auch Mitbestimmung und Partnerschaft (SDG 16 und 17).
Besonders eng ist die Verbindung zu SDG 12, das nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion fordert. Hier wird deutlich, dass die SDGs auch uns in Deutschland betreffen: Jeder Einkauf entscheidet mit darüber, unter welchen Bedingungen Menschen anderswo arbeiten.
Warum fairer Einkauf allein nicht reicht
Der Faire Handel ist ein Vorbild, aber nur ein kleiner Teil des Welthandels. Damit die SDGs erreicht werden, braucht es faire Regeln für alle. Deshalb setzen sich die Weltläden auch politisch ein, unter anderem für:
- verbindliche Pflichten für Unternehmen, Menschenrechte und Umwelt in ihren Lieferketten zu achten
- wirksamen Schutz vor unfairen Handelspraktiken
- faire öffentliche Beschaffung, wie sie auch das SDG-Unterziel 12.7 vorsieht
Weltladen-Dachverband/GrainLab
Was jede*r beitragen kann
Wer im Weltladen einkauft, unterstützt direkt Produzent*innen, die unter fairen Bedingungen arbeiten. Wer mehr tun möchte, kann sich in einem Weltladen engagieren, die eigene Kommune oder den Arbeitgeber zum fairen Einkauf bewegen oder Kampagnen für fairen Handel unterstützen.
Die Ziele sind erreichbar, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Der Faire Handel zeigt, wie das gehen kann: gemeinsam. gerecht. handeln.