Kampagne
Auch nach dem Erlassjahr: Weiter Einsatz für Schuldengerechtigkeit
Schuldengerechtigkeit bleibt dringend – auch nach dem Heiligen Jahr
Die Schuldenkrise im Globalen Süden spitzt sich weiter zu, und die Forderung nach umfassenden Schuldenerlassen ist aktueller denn je. Als Weltladen-Dachverband unterstützen wir die Kampagne „Erlassjahr 2025 – Turn Debt into Hope!“, weil sie einen zentralen Hebel für globale Gerechtigkeit adressiert: ein faires internationales Finanzsystem.
Das Heilige Jahr der katholischen Kirche, das am 6. Januar 2026 offiziell zu Ende ging, hat weltweit wichtige Impulse für Schuldengerechtigkeit gesetzt. In dieser Tradition – und in Anknüpfung an die erfolgreiche Kampagne „Erlassjahr 2000“ – setzen wir uns gemeinsam mit einem breiten zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Bündnis weiterhin dafür ein, dass überschuldete Länder einen gerechten Neuanfang erhalten.
Klar ist: Mit dem Ende des Heiligen Jahres endet nicht unser Engagement. Der Einsatz für Schuldengerechtigkeit geht weiter.
Turn Debt into Hope: Abschluss der Kampagne in Deutschland
73.000 Menschen fordern faire Entschuldung
Knapp 73.000 Menschen haben im Rahmen der Kampagne „Erlassjahr 2025 – Turn Debt into Hope!“ Reformen der internationalen Finanzarchitektur und echte Schuldenstreichungen für Staaten des Globalen Südens gefordert. Zum Abschluss der Kampagne wurden die Unterschriften an das Bundesfinanzministerium übergeben.
In Deutschland wurde die Kampagne von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen , auch wir als Weltladen-Dachverband waren Teil davon.
Warum faire Entschuldung jetzt notwendig ist
Viele Länder im Globalen Süden zahlen heute mehr für den Schuldendienst als für Bildung, Gesundheit oder Klimaschutz. Das verschärft Armut, blockiert Zukunftsinvestitionen und nimmt Millionen Menschen ihre Chancen.
Ob Sri Lanka, Pakistan, Kenia oder Ghana: Ein Großteil der Staatseinnahmen fließt in Zins- und Tilgungszahlungen – Geld, das dringend für soziale Sicherheit, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung gebraucht wird.
Die internationale Kampagne „Turn Debt into Hope“ macht deutlich: Schuldenkrisen brauchen faire, transparente und verbindliche Lösungen unter dem Dach der Vereinten Nationen – statt Entscheidungen in exklusiven Gläubigerclubs.
Unsere Forderungen an Politik und Finanzinstitutionen
Mit der Petition fordern wir Regierungen und multilaterale Finanzinstitutionen auf:
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1
Schuldenkrise jetzt beenden:
Illegitime und untragbare Schulden streichen ohne wirtschaftspolitische Auflagen!
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2
Ursachen von Schuldenkrisen angehen und globales Finanzsystem gerechter machen:
Menschen und den Planeten in den Mittelpunkt stellen!
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3
Nachhaltige und faire Lösungen schaffen:
Eine rechtsverbindliche Schuldenrahmenkonvention unter dem Dach der Vereinten Nationen vereinbaren!
Offener Brief an den Papst: Jubilee heißt täglicher Einsatz für Gerechtigkeit
Im Dezember 2025 wurde ein internationaler offener Brief an Papst Leo XIV veröffentlicht, den auch wir mitunterzeichnet haben. Darin fordern Schulden‑, Klima‑ und Glaubensorganisationen, die Prinzipien des Heiligen Jahres über dessen formales Ende hinaus weiterzuführen.
Der Appell: Jeder Tag nach dem Ende des Jubiläums soll so behandelt werden, als wäre das Heilige Jahr noch im Gange – bis bedingungslose Schuldenerlasse und Landgerechtigkeit erreicht sind.
Der Brief macht deutlich, dass illegitime Schulden Länder des Globalen Südens daran hindern, ausreichend in Klimaschutz, Anpassung, Bildung und Gesundheit zu investieren – und sie zugleich zu extraktiven Industrien drängen.
Jetzt ist die Bundesregierung gefragt
Wir sagen: Turn Debt into Hope! Setzt euch für eine UN‑Schuldenrahmenkonvention und gerechte Reformen des internationalen Finanzsystems ein.