Hauptstädte des Fairen Handels gekürt
Die Stimmung war sehr festlich im historischen Ratssaal in München: Ende Oktober kamen dort etwa 160 Vertreter*innen von Kommunen, Fairtrade-Town-Steuerungsgruppen und Weltläden zur Preisverleihung des Wettbewerbs „Hauptstadt des Fairen Handels“ zusammen. Alle zwei Jahre richtet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt den Wettbewerb im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aus.
Die Gewinner sind berechtigt, zwei Jahre lang den Titel Hauptstadt des Fairen Handels zu tragen. Vergeben wird der Titel an Städte in drei verschiedenen Größenklassen sowie mehrere Sonderpreise. 92 Kommunen und Landkreise hatten sich in diesem Jahr beworben.
Gewinnerstädte sind Lübeck, Ludwigsburg und Langeoog
In der Kategorie Großstädte wurde Lübeck zur neuen Hauptstadt des Fairen Handels gekürt. Insbesondere die strukturelle Verankerung des Fairen Handels in der Stadt sowie das Engagement des Weltladens, u.a. in der Bildungsarbeit, hat die Jury überzeugt. Auf die Plätze 2 und 3 kamen der Rhein-Neuss-Kreis sowie die Stadt Essen.
Bei den mittelgroßen Städten wurde Ludwigsburg ausgezeichnet; in der Kategorie der Kommunen bis 10.000 Einwohner*innen konnte sich die Inselgemeinde Langeoog durchsetzen – mit nur 1.700 Einwohner*innen die kleinste Bewerberkommune.
Sonderpreis für die Weiterentwicklung des Weltladens
Christoph Albuschkat überreichte einen Sonderpreis an die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz. Sie erhielt die Auszeichnung für die umfassende Weiterentwicklung des Weltladens. Für Ralf Mützel, Leiter des Amtes für Nachhaltigkeit der Stadt Neumarkt und Vorstandsmitglied im Trägerverein des Neumarkter Weltladens, ist der „Welt winkel 360°“ vor allem auch ein Wohlfühl- und Begegnungsort. In seinen Dankesworten appellierte er eindringlich an die anwesenden Vertreter*innen der Kommunen, Weltläden als zentrale Akteure des Fairen Handels in den Städten zu stärken und auch finanziell zu unterstützen.
Gerade in der heutigen Zeit braucht es mehr denn je Menschen, die Fairness hochhalten und sich für eine gerechtere Welt einsetzen – genau das machen die Ehrenamtlichen in den Weltläden seit Jahrzehnten!
Die euphorische Stimmung im Festsaal, die zahlreichen innovativen Projektideen und nicht zuletzt die Preisgelder in Höhe von insgesamt 220.000 Euro sorgen für einen großen Motivationsschub unter allen Teilnehmenden. Der nächste Durchgang des Hauptstadtwettbewerbs findet 2027 statt.