Zahlen zum Fairen Handel 2025
Umsatzplus, aber strukturelle Probleme bestehen weiter
Weltladen-Dachverband/Luleyfoto
Der Faire Handel in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2025 erneut gewachsen. Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten erreichte 2025 einen neuen Höchstwert von 2,7 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen, was einem Plus von 4,7 % entspricht.
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Forum Fairer Handel
Gesamtumsatz des Fairen Handels in Deutschland, 2016-2025
83,8 % des Gesamtumsatzes wurden mit Fairtrade-gesiegelten Produkten erzielt (2,27 Milliarden, + 5,7 %). Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen erreichten 2025 einen Umsatz von 275 Millionen Euro (+ 4,2 %). Das zurückliegende Geschäftsjahr war für die Fair-Handels-Unternehmen angesichts starker Preisschwankungen auf den Rohwarenmärkten und entsprechendem Preisdruck auf dem Markt insgesamt herausfordernd. Die Weltläden und Weltgruppen in Deutschland haben sich 2025 wieder positiv entwickelt. Sie konnten ihren Gesamtumsatz in Höhe von 87 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr um 10 % steigern - trotz der anhaltenden Kaufzurückhaltung im stationären Einzelhandel, dem strukturellen Wandel und daraus resultierendem Ladensterben. Der Umsatz mit fairen Produkten aus Deutschland und Europa belief sich 2025 auf 157 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 5 %. Dies ist auf individuelle Faktoren bei einzelnen Naturland Fair-Betrieben zurückzuführen und bedeutet keine Trendwende.
Weitere Details zu den Umsatz- und Absatzzahlen gibt es in den Publikationen im Download-Bereich unten.
Fairer Kaffee: Stabile Nische in einem unfairen Markt
Forum Fairer Handel
Kaffee hat mit 41% den größten Anteil am Gesamtumsatz des Fairen Handels.
2025 wurden 26.779 Tonnen Kaffee aus Fairem Handel in Deutschland abgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 3 %. Der Absatz von Röstkaffee in Deutschland ist jedoch insgesamt um 1,5 % gesunken. Der Marktanteil von fairem Röstkaffee liegt weiterhin bei fast 6 %. Mehr als drei Viertel des fairen Kaffees in Deutschland sind auch biozertifiziert.
Durch die hohen Kaffeepreise der letzten Jahre hatten die Produzent*innen die Möglichkeit, in ihre Kaffeefarmen zu investieren. Die Prämien, die die Kooperativen im Fairen Handel erhalten, ermöglichen dringende Investitionen in die Infrastruktur.
Doch insgesamt hat sich kaum etwas an den ungerechten strukturellen Rahmenbedingungen im Kaffeeanbau verändert. Das Coffee Barometer 2026 fasst die zentralen Herausforderungen treffend zusammen: schwankende Preise, steigende Produktionskosten, Klimarisiken und eine begrenzte Verhandlungsmacht von Kleinbäuer*innen. Der größte Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung wird weiterhin nicht dort erzielt, wo der Kaffee angebaut wird.
Faire Schokolade gefragt, aber Preisverfall bei Kakao
Forum Fairer Handel
2025 wurden 6.463 Tonnen Schokolade aus Fairem Handel abgesetzt, was einem Plus von rund 3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Nach den starken Preisanstiegen der vergangenen Jahre sind die Weltmarktpreise für Kakao seit Mitte 2025 wieder gesunken. In Côte d‘Ivoire hat der Preisverfall dramatische Folgen für die Kakao-Bäuer*innen. Sie leben und arbeiten zumeist sowieso schon unter prekären Verhältnissen und haben kein Sicherheitsnetz. In der Folge müssen viele Kakao-Bäuer*innen nun ihre Kinder aus der Schule nehmen und können sich ihre Gesundheitsversorgung nicht mehr leisten. Ein gesetzliches Verbot von Preisen unterhalb der Produktionskosten in Agrar-Lieferketten, wie es das Forum Fairer Handel mit dem Weltladen-Dachverband, INKOTA und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen im Rahmen der Petition „Landwirtschaft braucht Fairness“ fordern, wäre ein wichtiger Schritt, um die Farmer*innen vor solch ruinösem Preisverfall zu schützen.
33 Euro pro Kopf für faire Produkte
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In Deutschland gaben Verbraucher*innen 2025 im Durchschnitt 33 € für fair gehandelte Produkte aus. Im internationalen Vergleich ist das wenig: Spitzenreiterin beim fairen Konsum ist die Schweiz. Dort lagen die Ausgaben 2025 bei durchschnittlich 119 Franken, also rund 129 €, allein für Fairtrade-gesiegelte Produkte. Auch Österreich zählt mit 88 € pro Person für Fairtrade-gesiegelte Produkte zu den drei stärksten Märkten und liegt damit gleichauf mit den Niederlanden. In Österreich sind jedoch auch die 88 Weltläden wirtschaftlich sehr erfolgreich. Sie verzeichneten 2025 ein Umsatzwachstum von 10 % und überholten damit den österreichischen Biomarkt, der im selben Jahr um 6,5 % zulegte. Ein kurzer Blick nach Frankreich: Dort wurden im vergangenen Jahr rund 47 € pro Kopf für Produkte aus Fairem Handel ausgegeben. Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten aus Frankreich in Höhe von 3,27 Milliarden ist 2025 um beachtliche 23 % gestiegen. Besonders dynamisch haben sich die Umsätze mit fairen Produkten aus dem eigenen Land entwickelt.
Hintergrundinformationen zu den hier präsentierten Zahlen sind in den unten verlinkten Broschüren des Forum Fairer Handel beschrieben.