Interview mit Weltpartner
Wie kam es zur Partnerschaft zwischen WeltPartner und PREDA? Wie genau sieht eure Zusammenarbeit aus?
Die Partnerschaft begann Ende der 80er und ist aus einer persönlichen Begegnung entstanden. WeltPartner lernte die Arbeit von PREDA auf den Philippinen kennen, insbesondere den kompromisslosen Einsatz für Kinderrechte. Schnell war klar: Fairer Handel kann hier mehr sein als nur gerechte Preise. Seitdem arbeiten wir eng zusammen und haben gemeinsam die "Mangos für Kinderrechte" ins Leben gerufen. PREDA begleitet die Kleinbäuer*innen, organisiert die Verarbeitung und den Export der Mangos. WeltPartner übernimmt Produktentwicklung, Import, Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland.
Welche Ziele verfolgt ihr gemeinsam mit dem Mango-Projekt?
Unser gemeinsames Ziel ist es, durch Fairen Handel Kinderrechte auf den Philippinen nachhaltig zu stärken. Das Mango-Projekt sichert Kleinbäuer*innen und insbesondere indigenen Aeta-Gemeinschaften stabile Einkommen und Perspektiven vor Ort. Gleichzeitig finanziert der Verkauf der Mango-Produkte Schutz, Therapie, Bildung und Rechtsarbeit für missbrauchte und ausgebeutete Kinder. Wirtschaftliche Entwicklung und sozialer Impact gehen dabei bewusst Hand in Hand: langfristig, transparent und partnerschaftlich.
Was macht die Mangos aus dem Projekt besonders und warum genau diese Frucht?
Die Mango ist auf den Philippinen Nationalfrucht. Sie eignet sich ideal für Fairen Handel, da sie vielfältig verarbeitet werden kann und eine hohe lokale Wertschöpfung ermöglicht. Unsere Mangos reifen natürlich, werden von Hand geerntet und bei vielen unserer Produkte vollständig auf den Philippinen verarbeitet. Besonders ist: Auch kleinere oder optisch nicht perfekte Früchte werden fair abgenommen und zu Püree verarbeitet. So profitieren alle Familien und nichts geht verloren.
Wie zeigt das Projekt, dass Fairer Handel die Lebenssituation von Kindern verbessern kann?
Das Projekt zeigt sehr konkret, wie Konsum Wirkung entfalten kann. Rund 10 % des Verkaufspreises der Mango-Produkte fließen direkt in die Kinderschutzarbeit von PREDA. Heute kann etwa die Hälfte dieser Arbeit durch den Fairen Handel finanziert werden. Das bedeutet: sichere Schutzräume, Traumatherapie, Schulbildung und rechtliche Unterstützung für Kinder. Gleichzeitig verhindert das gesicherte Einkommen der Familien, dass Kinder arbeiten oder gefährdet werden.
PREDA feierte 2024 sein 50-jähriges Bestehen. Wie lange arbeitet ihr schon zusammen und worauf seid ihr besonders stolz?
Wir arbeiten seit über 35 Jahren mit PREDA zusammen. Besonders stolz sind wir darauf, dass aus einer Idee ein international anerkanntes Vorzeigeprojekt des Fairen Handels geworden ist. Tausende Kinder wurden geschützt, hunderte Familien haben heute eine gesicherte Existenz, und indigene Gemeinschaften konnten ihre Rechte stärken. Dass Fairer Handel hier messbar Kinderleben verändert, ist für uns der größte Erfolg.
Zum Schluss: Gibt es noch etwas, das euch in der Zusammenarbeit besonders wichtig ist?
Uns ist wichtig zu betonen, dass diese Partnerschaft auf Vertrauen, persönlicher Nähe und gemeinsamem Lernen basiert. Regelmäßige gegenseitige Besuche, Transparenz und Offenheit sind entscheidend. Fairer Handel funktioniert dann am besten, wenn er langfristig gedacht wird: nicht als Projekt, sondern als Beziehung.