Junges Engagement im Weltladen
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Bildungsarbeit

#jungesEngagement in Weltläden fördern

Im Weltladen gibt es vielfältige Möglichkeiten sich zu engagieren - es wird nie langweilig! Durch den Verkauf von fairen Produkten werden Kooperativen direkt unterstützt. Bei Workshops in Schulen, Infoständen zum Beispiel in der Unimensa oder einer Kleidertauschparty erlebe ich spannende Diskussionen und kann Menschen dazu ermutigen, Konsummuster zu überdenken und neue Wege zu gehen.

Portrait Lena Geisel (33), Weltladen Heidelberg Lena Geisel (33), Weltladen Heidelberg

Weg frei für junge Menschen

Diese Tipps kommen aus einer von uns 2019 durchgeführten Umfrage mit entwicklungspolitisch engagierten Menschen zwischen 17 und 33 Jahren, innerhalb und außerhalb der Weltläden. Insgesamt beteiligten sich 274 junge Erwachsene an der Befragung, 117 davon sind bereits in Weltläden in Deutschland aktiv. Gefragt haben wir vor allem nach Wünschen und Bedürfnissen, die junge Menschen im Bezug auf ein Engagement haben. 

  • Der Zugang zu jungen Menschen erfolgt heute hauptsächlich digital. Bei einer Engagement-Suche begeben sie sich in das Internet. Um junge Menschen für ein Engagement zu generieren, sollten Weltläden demnach einen stärkeren Fokus auf ihre Webseiten und die sozialen Medien legen.

  • Die eigene Peer-Group ist wichtig, um zum Engagement-Ort zu finden. Hier machen also Angebote von Praktika oder Freiwilligendiensten Sinn. Dabei können junge Menschen sich zeitlich begrenzt engagieren und weitere Menschen innerhalb ihrer Peer-Group anlocken.
    Ebenso wichtig sind ein aktives Vereinsleben und die Möglichkeit mitzugestalten, neue Ideen einzubringen und umzusetzen. Weltläden sollten daher jungen Menschen ein aktives Vereinsleben bieten, zum Beispiel in Form von vereinsinternen Ausflügen, politischen Aktionen oder Fortbildungsangeboten für Engagierte.

  • In der Lebensphase der 17- bis 33- Jährigen ist Flexibilität wichtig. Formate für ein Engagement müssen gefunden werden, die keine Regelmäßigkeit verlangen - zum Beispiel die Übernahme von Workshops zur Bildungsarbeit, politische Aktionsformen die zeitlich begrenzt sind, die Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten zu können und einiges mehr.

  • Bezahlungen, zum Beispiel durch kleine Honoraraufträge, sind nicht unbedingt erforderlich. Qualifizierungsmöglichkeiten durch Zeugnisse oder ähnliches hingegen schon. Auch dieser Punkt spricht für Praktika, kurzfristige und zeitlich begrenzte Aktionen oder Freiwilligendienste.  

Handbuchmodul zu jungem Engagement erhältlich

Es juckt euch in den Fingern und ihr möchtet endlich mehr junge Menschen für die Weltläden begeistern? - dann schaut doch mal in das Handbuchmodul „Lernort 4.0: Weltläden von morgen“. 

Im Handbuch werden Fragen beantwortet wie: Was bewegt die junge Generation? Welche Werte sind ihnen wichtig und wie ist ihr Alltag gestaltet? Wissen darüber hilft, junge Menschen besser zu verstehen und die Ansprache derselben sowie den Umgang miteinander zu vereinfachen. Das Handbuch zeigt Möglichkeiten auf, wie junge Menschen erreicht, in die Weltladenarbeit und vor allem in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit der Weltläden einbezogen und für die Themen des Fairen Handels begeistert werden können.

Ein Zuwachs an jungem Engagement ist deshalb besonders wertvoll, da er das Bestehen der Weltladenbewegung langfristig absichert und dazu beiträgt, am Puls der Zeit und auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen rund um den Fairen Handel zu bleiben. Junge Menschen haben nicht nur einen frischen Blick auf diese Dinge, sondern sind über ihre (digitalen) Plattformen gut vernetzt und über das Zeitgeschehen informiert.


Bleibt gespannt!

Der Weltladen-Dachverband e.V. bleibt an diesem Thema und euch erwartet hier bald mehr. 

Wenn ihr Fragen und Anmerkungen habt, meldet euch bei der Referentin für Junges Engagement

Kontakt:

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Im Weltladen einkaufen, eine Veranstaltung besuchen oder eine Petitionskarte unterschreiben – klar. Doch Weltläden bieten mehr. Sie laden zum Mitmachen ein. Mehrere 10.000 Menschen engagieren sich - zumeist ehrenamtlich – in Weltläden und machen sie so zur größten entwicklungspolitischen Bewegung.

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