Yes EU Can
Initiative Lieferkettengesetz
Vernetzung

Initiative Lieferkettengesetz

Es ist auch auf EU-Ebene längst überfällig: ein Gesetz, das Unternehmen verpflichtet, Arbeits- und Menschenrechte weltweit einzuhalten. Denn die dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise zeigen einmal mehr, dass Menschen am Anfang globaler Lieferketten besser geschützt werden müssen. Es ist seit jeher ein Kernanliegen der Weltläden, die Ausbeutung von Mensch und Umwelt bei der Produktion von Alltagsgütern zu stoppen. Mit öffentlichen Aktionen haben sie in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Problematik aufmerksam gemacht.

Gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz treten die Weltläden ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden — auch im Ausland. Die Initiative Lieferkettengesetz hat sich im jahr 2019 gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss aus mehr als 130 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchlichen Akteuren. Der Weltladen-Dachverband - als Vertretung der 450 Weltläden in Deutschland - ist seit Beginn an ein Träger des Bündnisses.

Fair-Handels-Unternehmen zeigen, wie gerechtes, menschenrechtsbasiertes und umweltschonendes Wirtschaften in der Praxis funktioniert. Die Verantwortung von Unternehmen für Mensch und Umwelt ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern der Überzeugung und des Willens. Verantwortung darf nicht auf dem Betriebsgelände enden, sondern muss die gesamte Wertschöpfungskette umfassen.

Dr. Peter Schaumberger, Geschäftsführer, GEPA – The Fair Trade Company

Der Faire Handel zeigt: Es ist möglich

Die Erfahrungen von Fair Handels Unternehmen zeigen schon lange, dass es möglich ist, soziale und ökologische Verantwortung entlang globaler Lieferketten zu übernehmen. Sie sollen damit nun keine Ausnahme mehr darstellen. Es war längst an der Zeit, einheitliche Regeln für alle Unternehmen festzuschreiben.

Die Missachtung von Menschenrechten und Umweltstandards darf keinen Wettbewerbsvorteil mehr bieten. Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden entlang ihrer Lieferkette billigend in Kauf nehmen, müssen jetzt endlich dafür haften. Der Faire Handel darf nicht länger die Ausnahme bleiben!

Endlich: Ein Lieferkettengesetz in Deutschland!

Am 11.06.2021 war es soweit: Der Bundestag hat nach zähem Ringen ein Lieferkettengesetz beschlossen. Das jahrelange Engagement von Fair-Handels-Aktiven zusammen mit weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren hat sich ausgezahlt. Erstmalig nimmt ein Gesetz Unternehmen zu Menschenrechten und Umwelt in den Lieferketten in die Pflicht und stellt sich skrupellosen Geschäftspraktiken entgegen. Das ist ein großer Erfolg der Zivilgesellschaft im Kampf gegen verantwortungsloses unternehmerisches Handeln und die Lobbyisten der großen Wirtschaftsverbände.

Wie ist das beschlossene Gesetz zu bewerten?

Das Gesetz ist ein wichtiger Meilenstein, denn erstmals werden damit menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen verbindlich in Deutschland geregelt. Aber es müssen noch viele weitere Schritte folgen, denn da ist noch viel Luft nach oben. Weitere Details erläutern das Forum Fairer Handel in ihrer Kurzbewertung und die Initiative Lieferkettengesetz in einer ausführlichen Analyse des Gesetzes.

Yes, EU can!

Am 23. Februar 2022 hat die EU-Kommission einen Entwurf für ein EU-Lieferkettengesetz veröffentlicht. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt gegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzertörung in globalen Lieferketten. Doch leider geht der Entwurf nicht weit genug. Mehr dazu gibt in einer aktuellen Meldung von uns.

Die EU kann Großes bewegen und zu einer gerechteren globalen Wirtschaft beitragen – mit einem starken EU-Lieferkettengesetz, das die Lücken des deutschen Gesetzes schließt. Doch das geht nur mit Rückenwind aus Deutschland! Die Ampel hat sich im Koalitionsvertrag zu einem wirksamen EU-Lieferkettengesetz bekannt. Wir erwarten vom Bundeskanzler, dass er das Vorhaben zur Chefsache macht und gerade in Krisenzeiten für Umwelt und Menschenrechte einsteht.

Johannes Heeg, Sprecher der Initiative Lieferkettengesetz

Jetzt ist es Aufgabe der Bundesregierung und der deutschen EU-Parlamentarier*innen, sich für die Schließung von Schlupflöchern und Gesetzeslücken einzusetzen. Dafür, dass sie dieser Aufgabe nachkommen, werden sich die Weltläden zusammen mit dem Forum Fairer Handel und der Initaitive Lieferkettengesetz weiterhin stark machen. Aktuell mit einer Petition an Bundeskanzler Olaf Scholz.

Ein wirksames EU-Lieferkettengesetz muss mindestens diese Anforderungren erfüllen:

  • Es muss ausnahmslos die gesamte Liefer- und Wertschöpfungskette von Unternehmen erfassen, ohne Ausnahmen und Schlupflöcher;
  • Es muss Unternehmen in Haftung nehmen und Geschädigten endlich die Möglichkeit bieten, erfolgreich vor Gerichten in Europa Schadensersatz gegenüber beteiligten Unternehmen einzuklagen;
  • Es muss Unternehmen verpflichten, auch Umwelt und Klima zu schützen;
  • Es muss eine umfassende Beteiligung der Betroffenen bei der Umsetzung des Gesetzes sicherstellen.

Passend zum Thema

Die EU-Kommission hat am 23. Februar den lang erwarteten Entwurf für ein EU-Lieferkettengesetz veröffentlicht. Leider geht der Entwurf nicht weit genug und ist - trotz einiger positiver Aspekte - verbesserungswürdig. Die Bundesregierung hat jetzt die Chance nachzubessern.

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Initiative Lieferkettengesetz

Der Faire Handel als Best-Practice-Beispiel

Seit 50 Jahren zeigen Fair-Handels-Unternehmen, dass es möglich ist, Menschenrechte entlang globaler Lieferketten zu achten. Die GEPA wurde 2020 sogar von der Bundesregierung für ihr verantwortungsvolles Lieferketten-Management ausgezeichnet. Warum braucht es dennoch ein Lieferkettengesetz?

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CC BY 4.0-Lizenz

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Stand: 10/2022

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