Plakat-Motiv Weltladentag 2020
Weltladen-Dachverband/Forum Fairer Handel
Vernetzung

Initiative Lieferkettengesetz

Es ist längst überfällig: ein Gesetz, das Unternehmen verpflichtet, Arbeits- und Menschenrechte weltweit einzuhalten. Denn die dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise zeigen einmal mehr, dass Menschen am Anfang globaler Lieferketten besser geschützt werden müssen. Es ist seit jeher ein Kernanliegen der Weltläden, die Ausbeutung von Mensch und Umwelt bei der Produktion von Alltagsgütern zu stoppen. Mit öffentlichen Aktionen haben sie in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Problematik aufmerksam gemacht.

Gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz treten die Weltläden ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden — auch im Ausland. Die Initiative Lieferkettengesetz ist in Zusammenschluss aus mehr als 120 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchlichen Akteuren. Der Weltladen-Dachverband - als Vertretung der 450 Weltläden in Deutschland - ist ebenfalls Träger des Bündnisses.

Immer wieder gibt es Berichte von brennenden Fabriken, ausbeuterischer Kinderarbeit oder zerstörten Regenwäldern. Das zeigt: Freiwillig kommen deutsche Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach. Die Bundesregierung muss endlich einen gesetzlichen Rahmen schaffen, damit Unternehmen Ausbeutung und Umweltzerstörung nicht weiter in Kauf nehmen.

Johanna Kusch, Sprecherin der Initiative Lieferkettengesetz

Warum es ein Lieferkettengesetz braucht

  • Mangelhafter Brandschutz in einer KiK-Zulieferfabrik in Pakistan führte dazu, dass 258 Menschen qualvoll starben.  Durch den Dammbruch bei einer brasilianischen Eisenerzmine starben 270 Menschen, Flüsse sind verseucht und Anwohner*innen haben kein sauberes Trinkwasser mehr – obwohl der TÜV Süd Brasilien wenige Monate vorher die Sicherheit des Damms zertifiziert hatte.Vor einer Platin-Mine in Südafrika werden 34 streikende Arbeiter*innen erschossen und BASF macht mit dem Betreiber der Mine weiterhin gute Geschäfte. Unternehmen verstoßen in ihren weltweiten Geschäften immer wieder gegen grundlegende Menschenrechte und schädigen die Umwelt. Die Initiative Lieferkettengesetz fordert darum ein Gesetz zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen.

  • Deutsche Unternehmen profitieren von den wirtschaftlichen Vorteilen eines globalen Marktes. Dabei lassen sie den Schutz von Mensch und Umwelt häufig außer Acht. Denn: Sie müssen keine Konsequenzen fürchten für Schäden, die in ihrem globalen Geschäft entstehen. Die Initiative Lieferkettengesetz will, dass Verstöße deutscher Unternehmen gegen Menschenrechte und Umweltstandards rechtliche Konsequenzen haben. Unternehmen sollen für Schäden haften.

  • Bislang wird rücksichtsloses Handeln von Unternehmen finanziell belohnt. Manche Unternehmen engagieren sich schon jetzt verstärkt für die Achtung der Menschenrechte und den Umweltschutz. Diese Unternehmen dürfen nicht länger gegenüber verantwortungsloser Konkurrenz benachteiligt werden. Die Initiative Lieferkettengesetz will, dass alle Unternehmen Menschenrechte und Umweltstandards achten.

  • Die meisten Menschen wollen keine Produkte kaufen, in denen Kinderarbeit oder zerstörte Regenwälder stecken. Verbraucher*innen dürfen nicht länger vor die falsche Wahl gestellt werden, denn Menschenrechte und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind nicht verhandelbar. Dafür braucht es einen gesetzlichen Rahmen, der alle Unternehmen auf den Schutz von Mensch und Umwelt verpflichtet!

  • Angehörige von Todesopfern, wie im KiK-Fall, müssen oft  nicht nur den Verlust hinnehmen, sondern stehen auch noch mittellos da. Die Initiative Lieferkettengesetz will, dass Betroffene auch vor deutschen Gerichten Entschädigung einklagen können, wenn ein Unternehmen seinen menschenrechtlichen Pflichten nicht nachgekommen ist.

  • Im Textil-, Kakao- oder Kohlesektor schließen sich Unternehmen in freiwilligen Bündnissen zusammen, um Produktionsstandards zu verbessern. Doch freiwillige Initiativen sind häufig zu wenig ambitioniert. Oft reagieren sie nur auf existierende Probleme anstatt deren Ursachen zu beseitigen. Erst ein Gesetz kann Geschäftspraktiken wirklich verändern.

Unser Ansatz darf nicht länger etwas Besonderes bleiben, sondern muss für alle global agierenden Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein. Wir sind es satt, mit moralischem Zeigefinger gegen das unverantwortliche Handeln vieler Konzerne anzutreten. Ein Lieferkettengesetz könnte das durchsetzen, was längst selbstverständlich sein müsste: Menschenrechte für alle Beteiligten!

Portrait Jens Klein, Geschäftsführung, Café Chavalo Jens Klein, Geschäftsführung, Café Chavalo

Der Faire Handel zeigt: Es ist möglich

Die Erfahrungen des Fairen Handels zeigen, dass es möglich ist, soziale und ökologische Verantwortung entlang globaler Lieferketten zu übernehmen. Doch damit stellen sie eine Ausnahme dar. Deshalb ist es an der Zeit, einheitliche Regeln für alle Unternehmen festzuschreiben.

Die Missachtung von Menschenrechten und Umweltstandards darf keinen Wettbewerbsvorteil mehr bieten. Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden entlang ihrer Lieferkette billigend in Kauf nehmen, müssen endlich dafür haften. Der Faire Handel darf nicht länger die Ausnahme bleiben!

Die Lösung: Ein Lieferkettengesetz!

Andere europäische Länder haben bereits entsprechende Gesetze verabschiedet, etwa zum Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit in Lieferketten. Nun bekommt Deutschland auch eins.

Die Bundesregierung hat am 12. Februar 2021 angekündigt, noch in dieser Legislaturperiode ein Lieferkettengesetz zu erarbeiten. Die beteiligten Bundesministerien hatten zuvor monatelang um einen entsprechenden Kompromiss gerungen. Die Initiative Lieferkettengesetz begrüßt den Schritt der Bundesregierung für ein deutsches Lieferkettengesetz ausdrücklich. Derzeit erarbeitet das Bündnis eine ausführliche Stellungnahme zum Gesetzesentwurf, um abzugleichen inwiefern die zivilgesellschaftlichen Erwartungen erfüllt werden.

Was muss ein wirksames Lieferkettengesetz beinhalten?

Bereits im Februar 2020 hat die Initiative Lieferkettengesetz ein Rechtsgutachten veröffentlicht, das die notwendigen Anforderungen erläutert. Es zeigt: Ein Lieferkettengesetz in Deutschland ist machbar – für Unternehmen genauso wie für den Gesetzgeber. Eine Kurz-Zusammenfassung bietet das Papier “Anforderungen an ein wirksames Lieferkettengesetz”.

Dieser Video-Clip erklärt's in Kürze:

Passend zum Thema

Die Bundesregierung hat sich endlich auf einen Entwurf zum Lieferkettengesetz geeinigt. Doch damit es ein wirksames Gesetz wird, muss dringend nachgebessert werden. Mit einer Online-Aktion fordern wir die Bundestagsabgeordneten auf, sich für ein starkes Lieferkettengesetz einzusetzen. Seid ihr dabei?

mehr lesen

Es ist endlich soweit: Nach langwierigen Verhandlungen haben sich Bundesminister Heil, Müller und Altmaier geeinigt, dass sie einen Gesetzesentwurf für ein Lieferkettengesetz auf den Weg bringen. Die Weltläden kämpfen seit vielen Jahren dafür - zuletzt gemeinsam in der Initiative Lieferkettengesetz.

mehr lesen
Initiative Lieferkettengesetz

Der Faire Handel als Best-Practice-Beispiel

Seit 50 Jahren zeigen Fair-Handels-Unternehmen, dass es möglich ist, Menschenrechte entlang globaler Lieferketten zu achten. Die GEPA wurde 2020 sogar von der Bundesregierung für ihr verantwortungsvolles Lieferketten-Management ausgezeichnet. Warum braucht es dennoch ein Lieferkettengesetz?

mehr lesen
CC BY 4.0-Lizenz

Cookie-Einstellungen

Wir setzen auf weltladen.de Cookies ein. Mithilfe der Cookies können wir Ihnen bestimmte Funktionalitäten auf weltladen.de bereitstellen. Die Cookies stammen entweder von uns oder von einem IT-Dienstleister, der Funktionalitäten für uns bereitstellt.
Klicken Sie auf „Alle akzeptieren“, um auf unsere Webseite mit allen Cookies zu gelangen. Klicken Sie auf „Einstellungen übernehmen“, um die ausgewählten Cookies zu akzeptieren.

Cookie-Informationen

Stand: 01/2021

Diese Hinweise gelten für die unter weltladen.de erreichbaren Webseiten, im Folgenden benannt als „unsere Webseite“ oder „weltladen.de“.

Wir setzen auf weltladen.de Cookies ein. Cookies sind kleine Dateien, die auf Ihrem Endgerät gespeichert werden. Mithilfe der Cookies können wir Ihnen bestimmte Funktionalitäten auf weltladen.de bereitstellen. Die Cookies stammen entweder von uns oder von einem IT-Dienstleister, der Funktionalitäten für uns bereitstellt. Diese Cookies heißen Third-Party-Cookies. Abhängig von Funktion und Verwendungszweck können Cookies in drei Kategorien eingeteilt werden:

Unbedingt erforderliche Cookies

Diese Cookies sind notwendig, damit Sie auf der Webseite navigieren und deren Funktionen verwenden können, zum Beispiel um sich anzumelden oder um Formulare auszufüllen. Unbedingt erforderliche Cookies benötigen nach geltendem Recht keine Einwilligung durch die Nutzerin oder den Nutzer.

Performance-Cookies

Diese Cookies sammeln Informationen über die Nutzung der Webseite, z. B. welche Seiten am häufigsten besucht werden und wie sich Besucherinnen und Besucher auf der Webseite bewegen. Sie helfen uns, weltladen.de so zu gestalten, dass Sie sich gut orientieren können und die gesuchten Informationen schnell finden.

Eingebettete Module

Wir binden auf der Website an einigen Stellen kleine Anwendungen, Spiele oder Videos ein, die nicht auf unserem Server liegen, sondern von externen Dienstleistern bereitgestellt werden. Einige dieser Module verwenden externe Cookies, weswegen wir hierfür Ihre Zustimmung benötigen.

Auf unserer Webseite verwendete Cookies

Erforderliche Cookies

Cookie Domain Domain Cookiename Name Lebensdauer [Tage] Dauer [Tage]
www.weltladen.de cookietypes 356
www.weltladen.de wires Sitzung
www.weltladen.de wires_challenge 30

Performance-Cookies

Cookie Domain Domain Cookiename Name Lebensdauer [Tage] Dauer [Tage]
www.weltladen.de _pk_id.1.b17b 386
www.weltladen.de _pk_ses.1.b17b 2

Eingebettete Module

Cookie Domain Domain Cookiename Name Lebensdauer [Tage] Dauer [Tage]
.h5p.org, .anchor.fm __ga 712
.h5p.org, .anchor.fm __gat 1
.h5p.org, .anchor.fm __gid 1
anchor.fm reduxPersist%3Acompliance 7
anchor.fm reduxPersist%3AlocalStorage 7
anchor.fm reduxPersist%3Aonboarding 7
anchor.fm reduxPersist%3Atutorial 7
anchor.fm reduxPersist%3AvoiceMessageCreationModalScreen 7
anchor.fm reduxPersistIndex 7

Datenschutzerklärung