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Fairer Handel

Der Faire Handel zielt darauf ab, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen insbesondere im Globalen Süden, die durch politische, ökonomische oder geographische Faktoren benachteiligt werden, zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt der Faire Handel einen dreigliedrigen Ansatz:

  1. Durch bessere Handelsbedingungen und die Zahlung von Prämien werden Produzentengruppen gestärkt und bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte und Organisationsstrukturen unterstützt. Neben einem fairen Preis zählen unter anderem eine langfristige Zusammenarbeit, intensive Beratung und eine Vorfinanzierung der Produktion zu den Leistungen des Fairen Handels.

  2. Im Rahmen seiner Bildungs- und Informationsarbeit trägt der Faire Handel dazu bei, im Globalen Norden das Bewusstsein für ungerechte Strukturen im Welthandel zu schärfen und die eigene Verantwortung als Bürger*in und Konsument*in wahrzunehmen. So entwickelt z.B. die AG Bildung des Weltladen-Dachverbandes immer wieder neue Ideen und Konzepte, wie Weltläden den Fairen Handel sowohl in Schulen als auch gegenüber Erwachsenen verstärkt thematisiert werden können. Im Rahmen des "Globalen Lernens" stellen sie Handlungsoptionen vor, die man als Bürger*in und Konsument*in für ein verantwortungsvolles Lebens und Wirtschaften in einer globalisierten Welt hat. Neben Weltläden engagieren sich viele weitere Akteure in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit.

  3. Die politische Arbeit des Fairen Handels zielt darauf ab, im Dialog mit der Politik die Regeln des Welthandels gerechter zu gestalten. Der Weltladen-Dachverband organisiert jedes Jahr Kampagnen, die neben vielfältigen Aktionsmöglichkeiten für Weltläden auch konkrete politische Forderungen enthalten. Hauptaktionstag ist jeweils der Weltladentag am 2. Samstag im Mai eines jeden Jahres. Weltweit gibt es dazu den World Fair Trade Day, an dem sich auch viele Produzent*innen beteiligen. Inhaltlich richten sich die Kampagnen häufig an politische Entscheidungsträger*innen auf Bundes- und EU-Ebene.

Der Faire Handel in Deutschland blickt auf eine über 40-jährige Geschichte zurück. Er entstand zu Beginn der 1970er Jahre aus der Erkenntnis heraus, dass Produzent*innen in Ländern des Südens auf dem Weltmarkt strukturell benachteiligt werden. Mit der Feststellung "Wenn die Länder des Überflusses den Entwicklungsländern gerechte Preise für ihre Produkte zahlen würden, könnten sie ihre Unterstützung und ihre Hilfspläne für sich behalten" hat der brasilianische Bischof Dom Hélder Câmara so etwas wie einen Leitsatz für den Fairen Handel geprägt. Die Forderung nach einer gerechteren Gestaltung der Regeln für den Welthandel gehört somit seit seinen Anfängen zu den zentralen Anliegen des Fairen Handels.

Zu den Pionieren des Fairen Handels gehören die Weltläden. 1973 gründete sich der erste Weltladen in Stuttgart - mittlerweile gibt es bundesweit rund 800 Weltläden und mehrere tausend Fair-Handels-Gruppen ohne feste Ladenfläche. Etwa 450 Weltläden sind im Weltladen-Dachverband zusammengeschlossen. Im Laufe der Geschichte haben sich zahlreiche weitere Organisationen gegründet, die sich ausschließlich (z.B. Importorganisationen oder die Initiative TransFair/Fairtrade Deutschland) oder teilweise (z.B. die kirchlichen Hilfswerke oder die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt) dem Fairen Handel widmen.

2001 haben die internationalen Netzwerke des Fairen Handels (FINE) eine gemeinsame Definition des Fairen Handels formuliert.

Der Faire Handel erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. Die Umsätze mit fair gehandelten Produkten steigen seit Jahren steil an und haben 2018 allein in Deutschland die Marke von rund 1,7 Mrd. Euro erreicht. Dabei wird der weitaus größte Teil der Produkte im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel vertrieben. Supermärkte unterscheiden sich allerdings in ihrem Vorgehen grundlegend von den "Fachgeschäften des Fairen Handels", den Weltläden. Weltläden verkaufen Produkte von "100 %-Fair-Handels-Organisationen" – und in einer Breite und Auswahl, die es in Supermärkten nicht gibt. Zugleich sind Weltläden Orte der Information, der Bildung und der politischen Aktion. Mit dieser Arbeit verleihen die Weltläden dem Fairen Handel Bedeutung weit über den Umsatz hinaus.

Das Forum Fairer Handel ist der bundesweite Verband des Fairen Handel. Es erarbeitet Grundsatzpapiere zu politischen Anliegen, spricht gezielt Politiker*innen an und verbreitet die Anliegen des Fairen Handels in der Öffentlichkeit, z.B. mit Kampagnen wie der Fairen Woche.

Auf europäischer Ebene trägt das Fair Trade Advocacy Office in Brüssel die Forderungen des Fairen Handels an die politischen Entscheidungsträger*innen der EU heran.


Zum Weiterlesen

2018_FFH_100 Prozent Fair (Kompakt).pdf 2017_FFH_Kompass Fairer Handel - Was ist Fairer Handel.pdf 2016_FFH_100 Prozent Fair.pdf

Quelle: Wiki-Artikel „Fairer Handel“ von Weltladen-Dachverband e.V. unter einer CC BY 4.0-Lizenz

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Stand: 06/2020

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